Montag, 8. August 2016

Ein Tipp zur Unzufriedenheit

Da beklagte sich ein abreisender Stammgast über das Wetter. Dieses Jahr sei es nicht so perfekt gewesen wie im vergangenen. Nein, sie hätten auch diesmal keinen Regentag gehabt. Doch gemäss seiner App hätten sie drei Sonnenstunden weniger gehabt als in der identischen Woche des Vorjahres. Ich bin etwas irritiert. Weiss nicht richtig, ob er das wirklich ernst meinte. Allerdings stelle ich schon fest: Manche Menschen neigen zur Unzufriedenheit. Vor allem Erwachsene. Sind fixiert auf das Haar in der Suppe. Tun sich schwer, sich ohne Wenn und Aber an etwas zu freuen. Und da gibt es zum Glück noch Hilfsmittel, die uns unterstützen, unzufrieden zu bleiben Kinder sind da anders. Die können sich noch freuen. Gestern beobachtete ich zwei, die sich wohl Stundenlang mit dem Gartenschlauch, respektive mit dem Wasser vergnügt haben.
Eine Riesengaudi. Ganz ohne App.
Die Freie Ferienrepublik Saas-Fee hat übrigens noch mehr zu bieten als Wasser. Doch Schönes sehen, sich dran freuen und geniessen, das müssen wir schon selber tun.
„Der Skeptiker wappnet sich gegen alles, auch gegen das Glück.“
Georges Duhamel
Christoph Gysel

Freitag, 15. Juli 2016

Wahre Grösse

Menschen sind verschieden. Sehr sogar. Ihre Charaktere. Ihre Begabungen. Unglaublich vielfältig. In diesen Wochen hatte ich die Chance, viele unterschiedliche Menschen zu beobachten, zu erleben. Kompetente Chirurgen. Geduldige Patienten. Fürsorgliches Pflegepersonal unterschiedlicher Nationalität; seriöse, fachlich versierte, witzige, freundliche, dienstbereite… In Krankenhäusern kann man verschiedene Menschen beobachten.
Und ich hatte Zeit dazu. Viel Zeit.
Welche all dieser Menschen mir wohl den grössten Eindruck hinterliessen?
Wohl jene, die in aller Selbstverständlichkeit die kleinen und undankbaren Arbeiten verrichteten. Sich nicht zu schade waren, mir selbst den Hintern zu putzen. Echt bewundernswert.
Vielleicht bräuchte unsere Gesellschaft etwas weniger Leute mit einem grossen Maul. Dafür aber mehr Menschen, die bereit sind, zu dienen. Sind es nicht die uneigennützigen dienenden Menschen, welche auch die Freie Ferienrepublik Saas-Fee so grossartig machen? Ich denke an jenen Rentner, der seine Wanderwege grossartig unterhält. Oder an jenen Postbuschauffeur, der einfach nur freundlich und hilfsbereit ist. Grossartige Konzepte alleine verbreiten keine wohltuende Atmosphäre. Dienstbereite, freundliche Menschen hingegen schon.

Christoph Gysel

Die heilende Wirkung der Berge

Nein, ich gehöre nicht zu den Menschen, welche einen Felsen berühren können und dann gleich dessen grossartige Energie aufnehmen. Ich fühle beim Betrachten unserer Berggiganten nicht die Kraft des Universums, die mich zu neuen (Un)Taten drängt. Ich kann aber staunend unsere grossartigen Viertausender betrachten und dankbar an den Schöpfer denken, dem ich nicht egal bin. Ich kann mich freuen an all den vielen Dingen, die das Leben so schön machen. Der wohltuende Regen, der alles so grün werden lässt. Die unzähligen Alpenblumen. Die wärmende Sonne. Der streichelnde Wind. Die kecken Wildtiere. All die erfrischenden Menschen. Ich kann dankbar das Gute erkennen und mich deshalb auch mutig den schwierigen Herausforderungen des Lebens stellen. Da erzählt mir eine gut 80-jährige Frau über ihr Erleben als Verdingkind. Es war schlimm. Sie wurde bei einem Bauern platziert. Täglich so sehr geschlagen, dass sogar die Behörden darauf aufmerksam wurden. Sie kam in ein Kinderheim. Und damit vom Regen in die Traufe. Als Bettnässerin wurde sie täglich von der verantwortlichen Person auf einen Stuhl gesetzt und musste das nasse Bettlaken über dem Kopf tragen, bis dieses trocken war. Unglaublich. Plötzlich unterbricht sie ihre grausamen Erinnerungen. Ein Strahlen geht über ihr Gesicht, sie zeigt auf dasFletschhorn und meint: „Es sieht aus wie das Matterhorn“. Sie kenne all diese Berge gut. Auf manchen von ihnen sei sie auch selber gewesen. Sie hätte auch manch Gutes erlebt in ihrem Leben. Das wolle sie nicht vergessen. Ein Blick auf die grossartige Schöpfung kann wirklich gut tun.
Christoph Gysel

Mittwoch, 3. Februar 2016

Ein faszinierendes Gletschererlebnis



27. Januar 2016 by Saas-Fee

So etwas habe ich noch nie erlebt!“ Der Landwirt aus dem Kanton Schaffhausen ist begeistert. „Das faszinierende Blau zum Anfassen! Unglaublich, ich bin mitten durch die Gletscher gefahren! Links und rechts dieses ewige Eis! So nahe habe ich noch nie einen Gletscher gesehen.“ Der gut 50-jährige kriegte sich fast nicht mehr ein. Natürlich sei auch das Wetter wunderschön gewesen. Und die tolle Aussicht auf die 18 Viertausender grossartig. Aber was er zuoberst bei der Gletscherpiste erlebt habe, sei einfach unglaublich. Fast ehrfürchtig sei er da an den Eismassen vorbeigefahren. Jedes Mal sei ihm ein ergreifender Schauder über den Rücken gezogen. „Ein faszinierendes Gletschererlebnis!“ so fasste er den Skitag zusammen.

Dieses einzigartige Gletscherhighlight ist übrigens täglich zu erleben. Oberhalb von Saas-Grund, im sonnigen Skigebiet von Hohsaas (3‘200 m ü. M.) erlebt der Wintersportler echt Gletscher zum Anfassen. Überzeugen Sie sich selbst unter: AllalinTV. Oder noch besser: Erleben Sie unsere Gletscher in Natura.



Christoph Gysel





Sonntag, 24. Januar 2016

Ein hochzeitstauglicher Wintertag



21.01.2015 TO Saas-Fee

Tief verschneit präsentierte sich Saas-Fee am vergangenen Samstag den besonderen Gästen. Eisige Temperaturen. Viel Schnee. Bissige Windböen. Faszinierende Wolken, die spielerisch immer wieder kurz den grossartigen Blick auf die Viertausender frei gaben. Ein wunderbarer Wintertag. Genau so, wie es sich die Stammgäste für ihre Hochzeit gewünscht hatten. Ja, Francoise und Dimitri wollten ihren Freunden und Verwandten den Ort zeigen, wo es sie immer wieder hinzog. Die begeisterten Wintersportler wollten deshalb den schönsten Tag ihres Lebens in der Freien Ferienrepublik Saas-Fee erleben. Das Hochzeitspaar war überglücklich. Ihre Gäste begeistert. Einer meinte gar: „Ein hochzeitstauglicher Wintertag und ein wunderbarer Ort.“ Natürlich gab es schon auch einige brenzlige Situationen. Nicht alle Hochzeitsgäste hatten das ideale Schuhwerk. So wurde für einige Damen schon der Gang zur reformierten Kirche am Biel zu einem Abenteuer. Nach der Trauung fuhr die Gesellschaft mit der Bahn nach Spielboden, wo sie gemeinsam feierten und sich kulinarisch unvergesslich verwöhnen liessen. Sicher brachte die Bahn die Hochzeitsgesellschaft mitten in der Nacht wieder zurück ins Dorf, wo die Gäste vollkommen glücklich wieder übernachteten.
Warum ich das erzähle? Nicht, weil ich gerne Menschen verheirate. Aber es ist schon eine Überlegung wert, wenn schon, dann am schönsten Ort der Welt zu heiraten. Denn Saas-Fee ist hochzeitstauglich.

Christoph Gysel

Dienstag, 12. Januar 2016

Grüne Ferienregion: Energiestadt Saas-Fee

23.12.15, by TO Saas-Fee



Saas-Fee ist eines der bekanntesten Skigebiete der Schweiz. Der Tourismus boomt und es zieht immer mehr Menschen auf die Pisten. Doch mit dem Betreiben von Skipisten geht auch eine gewisse Belastung der Umwelt einher. Denn obgleich für die Alpinsportler das Carven, Wedeln und Rodeln eine gewisse Freiheit und Naturverbundenheit vermittelt, so ist der Einfluss auf die Umwelt doch erheblich. Rodungen, Eingriffe in bestehende Ökosysteme sowie ein grosser Energieverbrauch sind nur drei der Aspekte, die hier stellvertretend zu nennen sind. Die Gemeinde Saas-Fee hat versucht aus diesem Grund anderweitig den CO2-Haushalt zu reduzieren und geht seit Jahren mit gutem Beispiel voran. Nicht ohne Grund trägt der Ort den Slogan „Energiestadt“.


Skigebiete müssen einen grossen 
Ausgleich leisten für ihre Klimaneutralität.

Was ist eine Energiestadt?
Energiestadt.ch erläutert in folgendem Dokument, worum es sich bei diesem Slogan handelt, wie viele es davon in der Schweiz gibt und was der langfristige Nutzen ist. Über 350 dieser Städte existieren mittlerweile hierzulande und mehr als vier Millionen Eidgenossen haben ihren Wohnsitz in einem dieser gemeldet. Um sich als eine Solche bezeichnen zu können, bedarf es zwölf Hürden. Diese beinhalten zu Beginn die Schritte eins bis fünf, die sich in Beratung, Einstieg, Wahl des Beraters, Ermittlung der möglichen Massnahmen sowie die Übersicht bezüglich der Stärken und Schwächen des Standorts untergliedern. Schritte sechs bis zehn stehen für die Zertifizierung und benötigen die Bildung einer Arbeitsgruppe, eines Aktivitäten-Programms, die Umsetzung der Massnahmen sowie den offiziellen Antrag zur Teilnahme an dem Programm. Sofern alle notwendigen Schritte zur Zufriedenheit der Jury eingereicht beziehungsweise durchgeführt wurden, kann das Label schliesslich verliehen werden. Zur endgültigen Energiestadt müssen jedoch noch zwei weitere Voraussetzungen erfüllt werden. Hierbei handelt es sich um die jährliche Erfolgskontrolle sowie die Rezertifizierung, welche alle vier Jahre stattfindet. Saas-Fee ist eine der Schweizer Gemeinden, die alle zwölf Hürden meistern konnte und ist deshalb als Energiestadt zu deklarieren.

Warum Saas-Fee?
Die Gemeinde ist bereits seit 2002 als Energiestadt zu bezeichnen. Das zeigt sich in vielen Bereichen, die im Laufe des Textes noch erwähnt werden sollten. Wichtig sind zum einen die deutlichen Qualitätsstandards, die einzuhalten sind, sowie die Verwendung ausschliesslich regenerativer Energien. Gerade in Skigebieten ist dies nicht immer gewährleistet. Saas-Fee hingegen bezieht den gesamten Strom, der benötigt wird, aus der erneuerbaren Wasserkraft des Wallis. Damit hebt sich der Ort von den anderen Feriendestinationen der Schweiz ab. Dieser Artikel verdeutlicht das Engagement und zeigt, dass es auf einem ganzheitlichen Konzept basiert. Denn klimaneutrales Handeln macht nur dann einen Sinn, wenn dieses in einem umfassenden Rahmen gewährleistet wird. Ob als autofreier Skiort, durch umweltfreundlichen Pistenbetrieb mit Hilfe moderner Geräte, einem klimaneutralen Postwesen oder die Einrichtung feinstaubfreier Zonen, das Engagement der Verantwortlichen zeigt sich in vielen Facetten und ist bezeichnend für die einzelnen Initiativen, die sich schliesslich in einem Ganzen zu in der Bezeichnung Energiestadt bündeln.

Wie zeigt sich das Engagement
Die Initiativen der Stadt wurden bereits angesprochen, nun gilt es diese genauer zu betrachten. Denn eines wurde bereits deutlich: Die Stadt zeichnet sich durch ihre vielfältige und umweltschonende Politik aus.

Umweltfreundliches Postwesen – Klimaneutralität in allen Bereichen
Tourismusnews.com bringt auf den Punkt, was auf den ersten Blick nicht offensichtlich ist. Denn es sind nicht nur die augenscheinlichen Aspekte, die eine Energiestadt ausmachen, sondern eben auch die Dinge, die hinter den Kulissen ablaufen. So ist der Postversand des Ortes klimaneutral. Doch worum handelt es sich dabei genau? Im Grunde geht es darum, dass der Verbrauch, der durch den Versand entsteht, an anderer Stelle wieder eingespart wird. Onlineprinters.ch beschreibt die Vorgehensweise näher und geht besonders auf die Versanddienstleister, die Verpackungen sowie deren Rücknahme ein. Sind diese drei Eigenschaften gewährleistet, so handelt es sich um eine CO2-neutrale Versandart.

Der autofreie Ferienort
Auto-frei.ch ist eine Initiative der Gemeinschaft autorfreier Schweizer Tourismusorte und steht, wie der Name bereits vermuten lässt, für autofreie Ferienorte, die ausschliesslich mit Hilfe öffentlicher Verkehrsmittel versorgt werden.


Fahrrad statt Auto in Saas-Fee

Sicherlich gibt es Ausnahmeregelungen wie Krankenwagen, Feuerwehr oder Ähnliches, aber die meisten Bewohner sowie Besucher beschränken sich auf alternative Formen der Mobilität. Zu diesen Orten gehört auch Saas-Fee und zeigt ein weiteres Mal die vielen Initiativen zur Senkung des eigenen CO2-Verbrauchs.

Feinstaub adé
Aktuell gibt es keine Gemeinde in den Alpen, die sich selbst als vollkommen feinstaubfrei bezeichnen kann. Die Verantwortlichen um die Gemeinde Saas-Fee wollen dies ändern und haben zunächst alle Holzfeuerungen mit Partikelfiltern versehen, um das Aufkommen zu reduzieren. Bis zu einer Millionen Franken hat sich der Fiskus des Ortes dies kosten lassen. Geld, das nicht besser hätte angelegt werden können, denn ein hohes Feinstaub-Aufkommen steigert die Gefahr, an Krebs zu erkranken und wird seitens vieler Experten zudem als Auslöser für weitere Gesundheitsschäden angesehen.

Zielvorgaben für die Zukunft
Der Slogan der Energiestadt muss jährlich verifiziert werden, somit ist eine Vorgabe der Zukunft sicherlich der Erhalt dieses Qualitätsmerkmals. Doch die Stadtherren haben ganz konkrete Ziele für die Zukunft benannt. Dazu gehört neben einer zehn-prozentigen Reduktion des Gesamtenergieverbrauchs auch eine Erhöhung der erneuerbaren Energien auf 20 Prozent eine Sanierung aller Gebäude hinsichtlich des neuesten Standards. Zudem ist die Schaffung zusätzlicher Solarkollektorflächen sowie neuer Energieträger in den Bereichen Heizen und Strom geplant. Die jährlich anfallende Erfolgskontrolle wird zeigen, inwieweit die Gemeinde Saas-Fee diese ambitionierten Ziele erreichen konnte und ob sie sich weiterhin als eine Energiestadt bezeichnen darf.

Pixabay © Hans (CC0 Public Domain 1.0)

Donnerstag, 31. Dezember 2015

Ein gutes Neues Jahr!

Jahreswechsel. Ein besonderer Moment. Millionen lauschen fast andächtig um Mitternacht auf die Glockenschläge der Kirchen. Etwas, das das Jahr über undenkbar ist. Aber beim Jahreswechsel ist alles anders. Da wird angestossen, geböllert, das Beste gewünscht. Dazu noch unzählige Vorsätze gefasst. Eigentlich kurios. Was ist denn so besonders am Jahreswechsel? Hat Willy Meurer nicht recht, wenn er nüchtern feststellt: „Neujahr ist das Tor, durch das sich deine Probleme von einem Jahr ins andere schmuggeln.“ Es geht doch einfach weiter. Es gibt keinen Grund, ein solches Aufsehen zu machen. Ausser allenfalls aus kommerziellen Gründen. Allein schon wegen der Unmenge von Champagner, die schliesslich konsumiert werden will. Auch aus den Reden der Politiker ist nicht ersichtlich, dass mit dem Jahreswechsel Entscheidendes ändern würde. Man kann diese nämlich ganz lapidar wie folgt zusammenfassen: „Das Jahr 2015 war nicht einfach und 2016 wird wohl nicht besser.“ Klar mit dem Neujahr treten eine Anzahl neue Gesetze in Kraft. So wird z. B. das Rückwärtsfahren mit dem Auto auf öffentlichen Strassen verboten. Aber das ist auch nicht weltbewegend.
Trotzdem, der Jahreswechsel ist dennoch schön. Kurz innehalten. Einander Gutes wünschen. Ziele setzen. Irgendwie ist es doch gut. Schadet weder uns, noch der Gesellschaft. Im Gegenteil. Allerdings wünschte ich mir, dass dies auch das Jahr über vermehrt geschehen würde, einander nur das Beste wünschen…
In diesem Sinne: Ein gutes Neues Jahr!
Christoph Gysel