Mittwoch, 14. Dezember 2016

Adventliches Verhalten?

Posted on 6 by Saas-Fee
 


Sitzung in Bern. Kommission „Kirche und Tourismus“. Sogar da war das Saastal, resp. die WinterCard von Saas-Fee für Fr. 222.- Gesprächsstoff. Klar, niemand konnte letztlich dagegen sein, dass 100‘000 Menschen glücklich sind … Später am Bahnhof wurde ich Zeuge einer eigenartigen Begegnung. Ein paar herumalbernde Jugendliche haben wohl zu wenig Rücksicht auf ein älteres Ehepaar genommen. Jedenfalls war der Mann bei meinem Eintreffen gerade am Schimpfen. „Kein Anstand! Kein adventliches Verhalten!“ grollte er vor sich hin. Die Sache ist nicht eskaliert. Im Gegenteil. Die Jungen haben sich entschuldigt und auch gleich verdrückt. Natürlich gibt es solche Vorfälle in der Freien Ferienrepublik Saas-Fee nicht. Da ist die Jugend wohlerzogener. Und die Erwachsenen sind überaus aufgeschlossen, tolerant und weitherzig …
Beschäftigt hat mich hinterher aber der Begriff „adventliches Verhalten“. Den kannte ich nämlich bis dahin nicht. Deshalb habe ich ihm etwas nachgedacht. „Adventliches Verhalten.“ Man freut sich auf Weihnachten. Man ist voller Erwartungen. Ist etwas emotionaler. Auch Spiritualität hat Platz. Wir sind grosszügiger. Spenden. Nächstenliebe darf sogar kosten. Wir basteln, schreiben, dekorieren. „Adventliches Verhalten.“ Es braucht nicht moralisch verstanden zu werden. Eigentlich ein schöner Begriff. Freude, Liebe, Kreativität und Hoffnung sind dabei.
Das Saastal zeigt sich in diesen Tagen von der schönsten Seite. Sonne pur. Perfekte Pisten in der ganzen Destination. Motivierte Gastgeber. Und ich, der alternde Tourismuspfarrer wünsche mir deshalb auch viel positives, adventliches Verhalten. Für die konkrete Umsetzung ist jeder selbst verantwortlich.
Nur wer die Herzen bewegt, bewegt die Welt
Ernst Weichert
Christoph Gysel

Montag, 5. Dezember 2016

Das bringt die Österreicher zum Schwitzen!




Posted on 25. November 2016 by Saas-Fee

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„Die Schweiz ist teuer! Wintersport im Wallis für eine Familie unerschwinglich. Skiurlaub in Österreich ist viel preiswerter!“ Was musste ich mir die letzten Jahre doch alles anhören, wenn ich für die Feriendestination Saas-Fee/Saastal unterwegs war. „Schön – aber zu teuer“ war das Fazit mancher Urlaubshungriger. Aber das ist Vergangenheit! Tempi passati!“ Ein neues Zeitalter ist angebrochen!
Das revolutionäre Angebot von Saas-Fee, einen Saisonskipass!!! für CHF 222.- anzubieten, hat die SkibrancheEuropaweit aufgeschreckt. Ein Kenner meinte sogar: Saas-Fee bringt die österreichische Skibranche zum Schwitzen. Der Preis ist unschlagbar! Möglich ist dies geworden, weil gegen 100‘000 Menschen das Angebot auch cool fanden. Und zupackten. Wohlverstanden, es handelt sich dabei nicht um das Angebot des Schleppliftes des Hinterbabentales. Das Hammerangebot gilt für Saas-Fee, das eben als schneesicherstes Winterskigebiet der Alpenausgezeichnet wurde!!!
Die Freie Ferienrepublik Saas-Fee überrascht einmal mehr. Ich freue mich auf den kommenden Winter. Auf über 100‘000 glückliche Gäste!  Auf Menschen, die sich freuen und geniessen. Auf das pulsierende Leben im authentischen Bergdorf, wo kein Euro-Gejammer mehr zu vernehmen ist, sondern einfach Freude herrscht“.
Falls Sie auch dabei sein möchten: www.we-make-it-happen.ch

Christoph Gysel

Freitag, 16. September 2016

Oh diese Jugend...


Dorfrundgänge mit Schulklassen. Sagenabende mit Jugendgruppen. Vorträge über die Geschichte des Saastals bei Teenagern. In diesen Wochen bin ich viel mit Jugendlichen zusammen, welche die Freie Ferienrepublik Saas-Fee kennen lernen. Lasse mich anstecken von ihrer Neugier, der Keckheit, den Träumen und ihrem Idealismus. Und das als bald 60-jähriger „Grufti“. Klar, ich halte auch Vorträge bei Senioren. Zeige auch älteren Menschen die authentischen Bergdörfer. Aber in diesen Wochen bin ich intensiv mit Jugendlichen unterwegs. Sehr viele Schulklassen und jugendliche Skifahrer beleben unser Saastal. Und ich darf dabei sein. Zugegeben, sie können laut sein. Euphorisch. Begeistert. Den Kopf voller Flausen. Sie haben Ideale, Sinn für Gerechtigkeit, Träume, Ideen, Power, den Glauben, die Welt verbessern zu können. Sie hinterfragen unsere Werte und Lebensgewohnheiten. Und dies kann ältere Leute wie mich stressen. Doch sie leben. Und sie erinnern uns an uns selber. Daran, dass auch wir einst die Welt verändern wollten. Es aber nicht geschafft haben …
Ich freue mich darüber, dass junge Menschen noch Träume haben. Dass sie die Welt verändern möchten. Ideale haben. Es anders machen möchten als wir. Gerechter. Nicht bloss Geldgesteuert. Ihre Werte leben. Ich möchte der Jugend nicht im Weg stehen mit meiner Besserwisserei oder sogenannter Erfahrung. Ich möchte sie ermutigen ihren Weg zu gehen. Und wenn sie noch etwas von mir, dem Alten wissen möchten, dann bin ich gerne bereit dazu. Deshalb investiere ich einen grossen Teil meiner Zeit in das Coaching junger Menschen.
Unbestritten ist, dass Menschen über 50 Veränderungen blockieren. Junge Menschen mögen zwar Fehler machen, doch selbst falsche Entscheidungen sind besser als blosses Bewahren und Blockieren. Von daher würde ich mich freuen, – denn es ist für die Freie Ferienrepubli, Saas-Fee überlebenswichtig – , wenn sich für die kommenden Gemeinderatswahlen auch 20-40-jährige zur Verfügung stellen würden. Nicht aufhalten lassen! Johann Wolfgang von Goethe hatte schliesslich schon festgestellt: „Man muss jung sein, um grosse Dinge zu tun!“
Für mich ist es ein Geschenk, dass ich so viel mit jungen Menschen zusammen sein darf. Klar kann ich da etwas Wissen vermitteln. Allerdings bin ich es, der profitiert. Ihre Begeisterung, ihre Kreativität, ihre schrägen Ideen, die noch nicht blockiert sind mit dem „das geht doch nicht“, all dies ist eine unglaubliche Inspiration für mich.

„Man braucht sehr lange um jung zu werden.“
Pablo Picasso


Christoph Gysel

Mittwoch, 31. August 2016

Was man erlebt haben muss.......

Es gibt Dinge, die sind für bestimmte Menschen wichtig. Sportler müssen olympische Spiele erlebt haben. Grosse Politiker sollten eine Rede vor der UNO-Vollversammlung zum Besten gegeben haben. Wirtschaftsbosse eine Einladung zum WEF erhalten haben. Doch allenfalls gäbe es da noch etwas Grösseres. Besseres. Genüsslicheres. Und erst noch für normale Menschen wie dich und mich.
Die Genussmeile in Saas-Fee. Am 11. September 2016 geht sie einmal mehr über die Bühne. Nicht Sport, grosse Reden oder Kinderstars stehen im Zentrum. Nein, du und ich dürfen gemütlich mit dabei sein, beim verrücktesten und zugleich genüsslichsten Event des Jahres in der Freien Ferienrepublik Saas-Fee.
Kulinarische Highlights. Tradition. Gemütlichkeit. Grossartige Stimmung im ganzen Dorf. Genuss pur. Geselligkeit. Beeindruckende Einblicke in alte Zeiten. Fröhliche Menschen. Die Begeisterung für diesen wirklich einzigartigen Anlass ist gross. Sogar Stammgäste des Saastales buchen regelmässig dieses spezielle Septemberwochenende und stürzen sich in historische Gewänder.
Wenn es diesen Anlass nicht schon gäbe, müsste man ihn erfinden. Wenn man sich etwas Gutes tun möchte, sollte man ihn deshalb auch nicht verpassen. Wann hat man sonst schon die Gelegenheit, sich von so vielen hochkarätigen Gourmetköchen verwöhnen zu lassen? So hervorragende Spitzenweine im authentischen Gletscherdorf zu geniessen? Gemütlichkeit inmitten der imposanten Viertausender zu zelebrieren?
Die Hoteliers von Saas-Fee zahlen mich übrigens nicht für diesen Werbeblog. Seit Jahren bin ich aber ganz freiwillig an diesem Anlass dabei. Erscheine als Pfarrer Johann Josef Imseng, dem grossen Pionier des Saastales, der vor gut 150 Jahren den Tourismus ins Tal gebracht hat. Und als erster Skifahrer der Alpen in die Geschichte einging. Gerne engagiere ich mich an diesem Anlass. Denn der Event ist wirklich cool. Ein Erlebnis, selbst für einen alternden Pfarrer wie mich. Da muss man einfach dabei sein. Nähere Infos unter www.saas-fee.ch/nostalgische-genussmeile
Christoph Gysel

Montag, 8. August 2016

Ein Tipp zur Unzufriedenheit

Da beklagte sich ein abreisender Stammgast über das Wetter. Dieses Jahr sei es nicht so perfekt gewesen wie im vergangenen. Nein, sie hätten auch diesmal keinen Regentag gehabt. Doch gemäss seiner App hätten sie drei Sonnenstunden weniger gehabt als in der identischen Woche des Vorjahres. Ich bin etwas irritiert. Weiss nicht richtig, ob er das wirklich ernst meinte. Allerdings stelle ich schon fest: Manche Menschen neigen zur Unzufriedenheit. Vor allem Erwachsene. Sind fixiert auf das Haar in der Suppe. Tun sich schwer, sich ohne Wenn und Aber an etwas zu freuen. Und da gibt es zum Glück noch Hilfsmittel, die uns unterstützen, unzufrieden zu bleiben Kinder sind da anders. Die können sich noch freuen. Gestern beobachtete ich zwei, die sich wohl Stundenlang mit dem Gartenschlauch, respektive mit dem Wasser vergnügt haben.
Eine Riesengaudi. Ganz ohne App.
Die Freie Ferienrepublik Saas-Fee hat übrigens noch mehr zu bieten als Wasser. Doch Schönes sehen, sich dran freuen und geniessen, das müssen wir schon selber tun.
„Der Skeptiker wappnet sich gegen alles, auch gegen das Glück.“
Georges Duhamel
Christoph Gysel

Freitag, 15. Juli 2016

Wahre Grösse

Menschen sind verschieden. Sehr sogar. Ihre Charaktere. Ihre Begabungen. Unglaublich vielfältig. In diesen Wochen hatte ich die Chance, viele unterschiedliche Menschen zu beobachten, zu erleben. Kompetente Chirurgen. Geduldige Patienten. Fürsorgliches Pflegepersonal unterschiedlicher Nationalität; seriöse, fachlich versierte, witzige, freundliche, dienstbereite… In Krankenhäusern kann man verschiedene Menschen beobachten.
Und ich hatte Zeit dazu. Viel Zeit.
Welche all dieser Menschen mir wohl den grössten Eindruck hinterliessen?
Wohl jene, die in aller Selbstverständlichkeit die kleinen und undankbaren Arbeiten verrichteten. Sich nicht zu schade waren, mir selbst den Hintern zu putzen. Echt bewundernswert.
Vielleicht bräuchte unsere Gesellschaft etwas weniger Leute mit einem grossen Maul. Dafür aber mehr Menschen, die bereit sind, zu dienen. Sind es nicht die uneigennützigen dienenden Menschen, welche auch die Freie Ferienrepublik Saas-Fee so grossartig machen? Ich denke an jenen Rentner, der seine Wanderwege grossartig unterhält. Oder an jenen Postbuschauffeur, der einfach nur freundlich und hilfsbereit ist. Grossartige Konzepte alleine verbreiten keine wohltuende Atmosphäre. Dienstbereite, freundliche Menschen hingegen schon.

Christoph Gysel

Die heilende Wirkung der Berge

Nein, ich gehöre nicht zu den Menschen, welche einen Felsen berühren können und dann gleich dessen grossartige Energie aufnehmen. Ich fühle beim Betrachten unserer Berggiganten nicht die Kraft des Universums, die mich zu neuen (Un)Taten drängt. Ich kann aber staunend unsere grossartigen Viertausender betrachten und dankbar an den Schöpfer denken, dem ich nicht egal bin. Ich kann mich freuen an all den vielen Dingen, die das Leben so schön machen. Der wohltuende Regen, der alles so grün werden lässt. Die unzähligen Alpenblumen. Die wärmende Sonne. Der streichelnde Wind. Die kecken Wildtiere. All die erfrischenden Menschen. Ich kann dankbar das Gute erkennen und mich deshalb auch mutig den schwierigen Herausforderungen des Lebens stellen. Da erzählt mir eine gut 80-jährige Frau über ihr Erleben als Verdingkind. Es war schlimm. Sie wurde bei einem Bauern platziert. Täglich so sehr geschlagen, dass sogar die Behörden darauf aufmerksam wurden. Sie kam in ein Kinderheim. Und damit vom Regen in die Traufe. Als Bettnässerin wurde sie täglich von der verantwortlichen Person auf einen Stuhl gesetzt und musste das nasse Bettlaken über dem Kopf tragen, bis dieses trocken war. Unglaublich. Plötzlich unterbricht sie ihre grausamen Erinnerungen. Ein Strahlen geht über ihr Gesicht, sie zeigt auf dasFletschhorn und meint: „Es sieht aus wie das Matterhorn“. Sie kenne all diese Berge gut. Auf manchen von ihnen sei sie auch selber gewesen. Sie hätte auch manch Gutes erlebt in ihrem Leben. Das wolle sie nicht vergessen. Ein Blick auf die grossartige Schöpfung kann wirklich gut tun.
Christoph Gysel